Travelling
Good Morning!
Zwischen Besuch aus Berlin, Wochenendtrips und der Arbeit komme ich doch endlich mal wieder dazu, kurz zu schreiben. Bevor es dann Morgen auch schon wieder weitergeht: Habe mir schon am Anfang den Luxus geleistet mir ein Ticket nach Hawaii zu buchen! Am Monatg ist Victoria Day, also day off in ganz Canada, und das lange Wochenende nutze ich um eeendlich etwas Sonne zu tanken. Habe mir leider nicht das beste Jahr ausgesucht um den Frühling in dieser Stadt zu verbringen, sogar die Landwirte beklagen sich schon über die ausbleibende Wärme, und das wo es in Deutschland ja anscheinend eine einzige Beachparty ist vom Wetter her. Sind übrigens immer noch ueber 6 Std Flug und 3 Std Zeitunterschied, war mir vorher gar nicht bewusst.
Ansonsten ist hier einfach so viel passiert in der letzten Zeit, dass ich gar nicht von allem berichten kann. Ich hatte 2 formidable Wochen mit Kirsten (my dear, danke noch mal für die schöne Zeit!), wir haben die Zeit echt super genutzt. Hatte ja 2 Tage frei bekommen während sie hier war, also gings dann gleich am Samstag Morgen ab zum Flughafen, Mietwagen abholen, und dann on the road – yiihaaa! Und dann auch schon wieder runter von der road: Grenze zu den USA. Und dann warten. Warten. Und noch mal warten. Da Kirsten noch keine Chance gehabt hatte, dem freundlichen Land ihre Fingerabdruecke und $6 zu geben, mussten wir tatsächlich 1 std Schlange stehen. Aber dann waren wir endlich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten – und dann kam der Regen. Hat also eine Weile gedauert, aber irgendwann haben wir es dann doch nach Seattle geschafft.
Haben den erst besten park&ride service genommen, den das Navi uns ausgespuckt hat (wir hatten beide keine Lust auf driven in downtown + Parkgebühren von $18 für 4 std) und uns dann auf Bus-Suche begeben. Fündig geworden sind wir recht fix, dann hieß es wieder einmal warten. Der Bus fuhr dann direkt nach downtown, sehr praktisch, war auch recht amüsant das lustige Volk im Bus zu beobachten.
Haben uns dann einen schönen Nachmittag in Seattle gemacht mit Sightseeing, Bummeln im Public Market, Bargain Shopping etc. Wir brauchten auch dringend ne CD, die ganze Radio Werbung ging uns beim Fahren schon nach 1Std auf die Nerven.
Nach einem guten Abendessen (Pizza – sonst gab’s nichts mehr, ab Punkt 6pm war downtown wie ausgestorben, komisch) gings dann wieder zu unserem kleinen roten Flitzer zurück (den wir liebevoll Aurora nannten – nachdem uns die unverständliche Aussprache dieser Strasse des Navis Lachtränen in die Augen brachte) und dann auf Bettsuche für die Nacht.
Haben einfach im ersten Motel am Strassenrand angehalten – Fehler. Aber auch mal wieder ne Erfahrung. So ein gammeliges, schäbbiges Gewerbe ist mir bisher noch nicht untergekommen! Unsere Nachthemden haben noch Tage später nach dem Zimmer gestunken, eine Parfum-Dusche hat da leider auch nicht viel geholfen. Aber dafür wars wenigstens günstig.
Am nächsten Morgen wollten wir zum Kerry Park. Von dort gab es laut Reiseführer die beste Sicht auf die Skyline und Spaceneedle der ganzen Stadt.
Die Fahrt dahin war dann schon Abenteuer genug! Kirsten hatte angeboten zu fahren (unsere letzten Fahrten in Deutschland lagen beide schon seeeehr lange zurück, mussten uns also beide erst mal wieder dran gewöhnen). Der Spaß fand seine Krönung in unseren 2 Minuten als Geisterfahrer! Hatten uns schon gewundert warum das Auto hinter uns so gehupt hat, als wir abgebogen sind. Als wir dann mal auf die Richtung der Pfeile auf der Straße aufmerksam wurden, wussten wir warum. Das war dann eine 1-A-Kehrtwendung von Kirsten!
Haben uns dann einem schönen, langen und sonnigen Bummel vom Park (wirklich tolle Aussicht!) durchs Queen Anne Viertel zur Entspannung gegönnt, Höhepunkt war das all-American Frühstueck mit pancakes für Kirsten und Hashbrowns mit Bacon für mich – yummy. Dabei haben wir den Muttertags-Rummel an den Nachbartischen beobachtet, sehr gemütlich.
Und dann gings auch schon wieder weiter, Ziel: Olympic Peninsula! Haben mit der Fähre übergesetzt, und dann fing das schöne Fahren an. Keine 4 spurigen Highways mehr, auf denen man von allen Seiten überholt warden darf, sondern entspanntes Fahren durch wunderschöne Wälder und Berge, an Seen vorbei... Uns ist dann aufgefallen, dass wir ja auf “Twilight-Territory” waren. Nicht zu übersehen an den Schildern “No Vampires behind this point” etc. Aber im Vergleich zu dem ganzen Hobbit-Rummel damals in Neuseeland wars doch alles recht verhalten.
Am Dienstag (leider schon Vormittags, gab da einige Probleme mit der Autovermietung) gings dann wieder nach Hause. Schon schön, wenn man sagen kann “Ich bin wieder zu Hause, in Vancouver”. :)
Wovon wir nach dieses 2 Wochen, in denen wir zusammen natürlich nur deutsch gesprochen haben, doch ziemlich genervt waren, war der ganze typische Ami-Smalltalk. Kaum ein Ladenbesuch, in dem wir nicht gefragt wurden wo wir den herkommen. Und dann, jedes Mal: “Really? From Germany? Oh, thats AWESOME! Iech schpräächn däusch!” Jeder hier hat halt irgednwelche Verwandten in Deutschland und ist dann immer ganz stolz auf seine 3 Wörter deutsch. Und dann gibts immer noch 3 Sätze ueber das Wetter, und dann fliehen Kirsten und ich für gewöhnlich.
Am nächsten Wochenende hieß es dann schon am Freitag, direkt nach der Arbeit, auf zum Flughafen um den Mietwagen abzuholen. Diesmal gabs sogar nen 4-Türer, das allerneuste Modell von Ford (falls es irgendwen interessiert? Uns wars ziemlich schnuppe), Schwarz. Kirsten stellte sofort fest: das ist ein Jackson!, und so hatte auch das Gefährt seinen Namen weg. Naja, leider hat Jackson mehr Schimpf und Schande an einem Tag bekommen als Aurora in der ganzen Zeit. Da sitzt man schon in so nem schicken neuen Auto, will überholen, da kommt eine leichte Steigung – und dann passiert erstmal nichts mehr. Man kann dann in aller Ruhe auf dem Tacho verfolgen, wie sich Jackson abkämpft zu beschleunigen, leider eher ohne Erfolg. Peinlich! Aber war ansonsten schon okay. Finde es hier nur so schade, dass es immer ein Limit von 100kmh gibt. Die Strassen laden so ein zum sportlichen Fahren...
Ziel dieses Mal war das Okanagen valley im Südosten British Columbia’s. Der Weg dahin, ca 4std auf dem schnellen connector-highway, hat einem schon richtig das Gefühl von middle-of nowhere gegeben. Weder Handy- noch Radioempfang (nur gut, dass sich unsere CD-Zahl mittlerweile auf 4 erweitert hatte), und Schilder die einem raten, noch mal schnell auf den Tank zu gucken, next fuel stop in 85km.
Auf dem Rückweg nahmen wir eine andere Route, direkt an der border zur USA entlang, die Strecke war echt nicht ohne. Wunderschön, aber Kurven, bei denen man nach 5 Minuten das Ende noch nicht sah, quasi. Nach einer dieser Kurven sahen wir dann vor uns am Rand nen Haufen Autos stehen, die da irgendwie alle noch halb auf dem highway parkten. Komisch, also mal etwas langsamer und: da lief ein Bär am Waldrand entlang, in aller Ruhe! Hab uns also gleich eingereiht und wir haben uns beide reisig gefreut, unseren ersten wilden Bären zu sehen!
Weil das Fahren dort echt anstrengend war auf die Dauer, haben wir dann bei der nächsten Möglichkeit getauscht. Und die Chance genutzt, die all-nature Toilette zu benutzen. Ha, ich sag euch, das ist ein ganz anderes Gefühl wenn man da im Wald sitzt und weiss dass sich nur 1km weiter ein wilder Bär rumtreibt...
Das Okanagen Valley ist hier bekannt für seine Weinanbau-Gebiete und für seine Hitze im Sommer. Hier gibt es noch einen richtigen Wüstenauslaeufer, das kann man sich kaum vorstellen. Im Sommer werden es wohl sogar an die 40Grad, was es zu einem beliebten Camping- und Urlaubsgebiet fuer canadier macht. Allerdings hatte die Saison auch hier wegen des schlechten Wetters erst schleppend begonnen, so dass die Straßen bis auf ein paar wenige Urlauber wie ausgestorben waren. Aber sehr schön war’s trotzdem, ein Spaziergang am See, der Blick auf die Berge, dinner at Smitty’s mit 3 Miniburgern und Trivial Pursuit Karten zur Unterhaltung, dann ein lokaler Wein im Queensize Bett mit American TV – das Leben kann so süß sein.
Körst ist jetzt leider am Mittwoch wieder zurückgeflogen (und das jetzt, wo wir hier endlich auch mal schönes Wetter haben!), aber back-to-normal-Gefühl kommt hier trotzdem nicht auf. Wie auch, wenn es Morgen nachmittag nach Honolulu geht und ich über Pfingsten tatsächlich noch mal Besuch aus Deutschland bekommen werde, ganz spontan, von einer guten Freundin aus Essen (ge, Verena?). Dann wollte ich noch ein Wochenende nach Victoria, wenn irgendwie möglich auch noch eins nach Banff in die Rocky Mountains, Whale Watching steht auch noch auf meiner to-do Liste – und iregdnwie merke ich, dass die Zeit langsam knapp wird. Da ich meinen Rückflug umgebucht habe (komme jetzt schon am 19.7. wieder zurück, damit ich etwas mehr Luft für meine bachelor Arbeit habe), fliege ich heute in genau 2 Monaten wieder zurück. Die Halbzeit hab ich also schon eine Weile hinter mir. Und obwohl es immer noch 2 ganze Monate sind, denk ich mir irgendwie “Kann nicht mal jemand kurz die Zeit anhalten, damit ich hier noch alles mitnehmen kann, was es gibt?” Und wenn dieser jemand mir dann auch noch mal kurz mein Konto wieder auffüllen würde, wäre ich auf immer dankbar.
So long, muss jetzt mal wieder an die Arbeit (ist ein slow day heute...)
Liebe Grüße
Zwischen Besuch aus Berlin, Wochenendtrips und der Arbeit komme ich doch endlich mal wieder dazu, kurz zu schreiben. Bevor es dann Morgen auch schon wieder weitergeht: Habe mir schon am Anfang den Luxus geleistet mir ein Ticket nach Hawaii zu buchen! Am Monatg ist Victoria Day, also day off in ganz Canada, und das lange Wochenende nutze ich um eeendlich etwas Sonne zu tanken. Habe mir leider nicht das beste Jahr ausgesucht um den Frühling in dieser Stadt zu verbringen, sogar die Landwirte beklagen sich schon über die ausbleibende Wärme, und das wo es in Deutschland ja anscheinend eine einzige Beachparty ist vom Wetter her. Sind übrigens immer noch ueber 6 Std Flug und 3 Std Zeitunterschied, war mir vorher gar nicht bewusst.
Ansonsten ist hier einfach so viel passiert in der letzten Zeit, dass ich gar nicht von allem berichten kann. Ich hatte 2 formidable Wochen mit Kirsten (my dear, danke noch mal für die schöne Zeit!), wir haben die Zeit echt super genutzt. Hatte ja 2 Tage frei bekommen während sie hier war, also gings dann gleich am Samstag Morgen ab zum Flughafen, Mietwagen abholen, und dann on the road – yiihaaa! Und dann auch schon wieder runter von der road: Grenze zu den USA. Und dann warten. Warten. Und noch mal warten. Da Kirsten noch keine Chance gehabt hatte, dem freundlichen Land ihre Fingerabdruecke und $6 zu geben, mussten wir tatsächlich 1 std Schlange stehen. Aber dann waren wir endlich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten – und dann kam der Regen. Hat also eine Weile gedauert, aber irgendwann haben wir es dann doch nach Seattle geschafft.
Haben den erst besten park&ride service genommen, den das Navi uns ausgespuckt hat (wir hatten beide keine Lust auf driven in downtown + Parkgebühren von $18 für 4 std) und uns dann auf Bus-Suche begeben. Fündig geworden sind wir recht fix, dann hieß es wieder einmal warten. Der Bus fuhr dann direkt nach downtown, sehr praktisch, war auch recht amüsant das lustige Volk im Bus zu beobachten.
Haben uns dann einen schönen Nachmittag in Seattle gemacht mit Sightseeing, Bummeln im Public Market, Bargain Shopping etc. Wir brauchten auch dringend ne CD, die ganze Radio Werbung ging uns beim Fahren schon nach 1Std auf die Nerven.
Nach einem guten Abendessen (Pizza – sonst gab’s nichts mehr, ab Punkt 6pm war downtown wie ausgestorben, komisch) gings dann wieder zu unserem kleinen roten Flitzer zurück (den wir liebevoll Aurora nannten – nachdem uns die unverständliche Aussprache dieser Strasse des Navis Lachtränen in die Augen brachte) und dann auf Bettsuche für die Nacht.
Haben einfach im ersten Motel am Strassenrand angehalten – Fehler. Aber auch mal wieder ne Erfahrung. So ein gammeliges, schäbbiges Gewerbe ist mir bisher noch nicht untergekommen! Unsere Nachthemden haben noch Tage später nach dem Zimmer gestunken, eine Parfum-Dusche hat da leider auch nicht viel geholfen. Aber dafür wars wenigstens günstig.
Am nächsten Morgen wollten wir zum Kerry Park. Von dort gab es laut Reiseführer die beste Sicht auf die Skyline und Spaceneedle der ganzen Stadt.
Die Fahrt dahin war dann schon Abenteuer genug! Kirsten hatte angeboten zu fahren (unsere letzten Fahrten in Deutschland lagen beide schon seeeehr lange zurück, mussten uns also beide erst mal wieder dran gewöhnen). Der Spaß fand seine Krönung in unseren 2 Minuten als Geisterfahrer! Hatten uns schon gewundert warum das Auto hinter uns so gehupt hat, als wir abgebogen sind. Als wir dann mal auf die Richtung der Pfeile auf der Straße aufmerksam wurden, wussten wir warum. Das war dann eine 1-A-Kehrtwendung von Kirsten!
Haben uns dann einem schönen, langen und sonnigen Bummel vom Park (wirklich tolle Aussicht!) durchs Queen Anne Viertel zur Entspannung gegönnt, Höhepunkt war das all-American Frühstueck mit pancakes für Kirsten und Hashbrowns mit Bacon für mich – yummy. Dabei haben wir den Muttertags-Rummel an den Nachbartischen beobachtet, sehr gemütlich.
Und dann gings auch schon wieder weiter, Ziel: Olympic Peninsula! Haben mit der Fähre übergesetzt, und dann fing das schöne Fahren an. Keine 4 spurigen Highways mehr, auf denen man von allen Seiten überholt warden darf, sondern entspanntes Fahren durch wunderschöne Wälder und Berge, an Seen vorbei... Uns ist dann aufgefallen, dass wir ja auf “Twilight-Territory” waren. Nicht zu übersehen an den Schildern “No Vampires behind this point” etc. Aber im Vergleich zu dem ganzen Hobbit-Rummel damals in Neuseeland wars doch alles recht verhalten.
Am Dienstag (leider schon Vormittags, gab da einige Probleme mit der Autovermietung) gings dann wieder nach Hause. Schon schön, wenn man sagen kann “Ich bin wieder zu Hause, in Vancouver”. :)
Wovon wir nach dieses 2 Wochen, in denen wir zusammen natürlich nur deutsch gesprochen haben, doch ziemlich genervt waren, war der ganze typische Ami-Smalltalk. Kaum ein Ladenbesuch, in dem wir nicht gefragt wurden wo wir den herkommen. Und dann, jedes Mal: “Really? From Germany? Oh, thats AWESOME! Iech schpräächn däusch!” Jeder hier hat halt irgednwelche Verwandten in Deutschland und ist dann immer ganz stolz auf seine 3 Wörter deutsch. Und dann gibts immer noch 3 Sätze ueber das Wetter, und dann fliehen Kirsten und ich für gewöhnlich.
Am nächsten Wochenende hieß es dann schon am Freitag, direkt nach der Arbeit, auf zum Flughafen um den Mietwagen abzuholen. Diesmal gabs sogar nen 4-Türer, das allerneuste Modell von Ford (falls es irgendwen interessiert? Uns wars ziemlich schnuppe), Schwarz. Kirsten stellte sofort fest: das ist ein Jackson!, und so hatte auch das Gefährt seinen Namen weg. Naja, leider hat Jackson mehr Schimpf und Schande an einem Tag bekommen als Aurora in der ganzen Zeit. Da sitzt man schon in so nem schicken neuen Auto, will überholen, da kommt eine leichte Steigung – und dann passiert erstmal nichts mehr. Man kann dann in aller Ruhe auf dem Tacho verfolgen, wie sich Jackson abkämpft zu beschleunigen, leider eher ohne Erfolg. Peinlich! Aber war ansonsten schon okay. Finde es hier nur so schade, dass es immer ein Limit von 100kmh gibt. Die Strassen laden so ein zum sportlichen Fahren...
Ziel dieses Mal war das Okanagen valley im Südosten British Columbia’s. Der Weg dahin, ca 4std auf dem schnellen connector-highway, hat einem schon richtig das Gefühl von middle-of nowhere gegeben. Weder Handy- noch Radioempfang (nur gut, dass sich unsere CD-Zahl mittlerweile auf 4 erweitert hatte), und Schilder die einem raten, noch mal schnell auf den Tank zu gucken, next fuel stop in 85km.
Auf dem Rückweg nahmen wir eine andere Route, direkt an der border zur USA entlang, die Strecke war echt nicht ohne. Wunderschön, aber Kurven, bei denen man nach 5 Minuten das Ende noch nicht sah, quasi. Nach einer dieser Kurven sahen wir dann vor uns am Rand nen Haufen Autos stehen, die da irgendwie alle noch halb auf dem highway parkten. Komisch, also mal etwas langsamer und: da lief ein Bär am Waldrand entlang, in aller Ruhe! Hab uns also gleich eingereiht und wir haben uns beide reisig gefreut, unseren ersten wilden Bären zu sehen!
Weil das Fahren dort echt anstrengend war auf die Dauer, haben wir dann bei der nächsten Möglichkeit getauscht. Und die Chance genutzt, die all-nature Toilette zu benutzen. Ha, ich sag euch, das ist ein ganz anderes Gefühl wenn man da im Wald sitzt und weiss dass sich nur 1km weiter ein wilder Bär rumtreibt...
Das Okanagen Valley ist hier bekannt für seine Weinanbau-Gebiete und für seine Hitze im Sommer. Hier gibt es noch einen richtigen Wüstenauslaeufer, das kann man sich kaum vorstellen. Im Sommer werden es wohl sogar an die 40Grad, was es zu einem beliebten Camping- und Urlaubsgebiet fuer canadier macht. Allerdings hatte die Saison auch hier wegen des schlechten Wetters erst schleppend begonnen, so dass die Straßen bis auf ein paar wenige Urlauber wie ausgestorben waren. Aber sehr schön war’s trotzdem, ein Spaziergang am See, der Blick auf die Berge, dinner at Smitty’s mit 3 Miniburgern und Trivial Pursuit Karten zur Unterhaltung, dann ein lokaler Wein im Queensize Bett mit American TV – das Leben kann so süß sein.
Körst ist jetzt leider am Mittwoch wieder zurückgeflogen (und das jetzt, wo wir hier endlich auch mal schönes Wetter haben!), aber back-to-normal-Gefühl kommt hier trotzdem nicht auf. Wie auch, wenn es Morgen nachmittag nach Honolulu geht und ich über Pfingsten tatsächlich noch mal Besuch aus Deutschland bekommen werde, ganz spontan, von einer guten Freundin aus Essen (ge, Verena?). Dann wollte ich noch ein Wochenende nach Victoria, wenn irgendwie möglich auch noch eins nach Banff in die Rocky Mountains, Whale Watching steht auch noch auf meiner to-do Liste – und iregdnwie merke ich, dass die Zeit langsam knapp wird. Da ich meinen Rückflug umgebucht habe (komme jetzt schon am 19.7. wieder zurück, damit ich etwas mehr Luft für meine bachelor Arbeit habe), fliege ich heute in genau 2 Monaten wieder zurück. Die Halbzeit hab ich also schon eine Weile hinter mir. Und obwohl es immer noch 2 ganze Monate sind, denk ich mir irgendwie “Kann nicht mal jemand kurz die Zeit anhalten, damit ich hier noch alles mitnehmen kann, was es gibt?” Und wenn dieser jemand mir dann auch noch mal kurz mein Konto wieder auffüllen würde, wäre ich auf immer dankbar.
So long, muss jetzt mal wieder an die Arbeit (ist ein slow day heute...)
Liebe Grüße
die.amsel - 20. Mai, 06:59

I just call... to say...
Was du schreibst und wie du schreibst, gibt mir dringenden Anlass nicht (wie eigentlich vorgenommen) um 23 Uhr ins Bett zu gehen, sondern mich heute noch von deinen Erlebnissen ein bisschen mitreißen zu lassen. MEHR DAVON!