Surprises on Sale: ORDER NONE – GET TWO !!!
Der erste Monat ist fast rum. Jaja, wie schnell die Zeit vergeht, und jedes mal bin ich wieder überrascht drüber. Diesmal hab ich von ein paar Zufällen und Überraschungen zu erzählen.
Eine Kleine gabs gerade eben: letzte Woche wurden im ganzen Haus Zettel verteilt:
„Tenant Appreciation“ Free Pizza and raffle prizes, Monday 14th March, 5.30pm – 7.30pm.
Hui, na da war die Freude groß, gratis Pizza, das lassen wir uns nicht 2x sagen. Fühlte mich sehr appreciated, thank you. Zu Dritt sind wir also heute, voller Vorfreude und Hunger (ich hatte, als ich von der Arbeit kam, schon Pizzageruch erschnuppert) so gegen halb 7 nach unten in die Lobby. Äh, und standen dann da. Als Einzige, neben 2 umgedrehten Tischen, nur noch einen Hauch von Pizzageruch wahrnehmend. Alles schon vorbei!? Wie gemein! Man kann doch nicht ein ganzes Haus einladen und dann nur 5 Stücke servieren, so viel zum Thema appreciation. Waren dann aber doch nicht die Einzigen, die verwundert rumstanden. Ein Australier mit Eltern aus Korea und sein Kanadischer Freund (was eine Rarität hier) waren auch enttäuscht, sind dann, das ist ja immer das Nette an solchen Begebenheiten, ins Gespräch gekommen, mal schaun.
Das war heute, aber nicht weiter spektakulär, zumal ich zum Glück noch 1 Tiefkühlpizza hatte. Jepp, die brutzelt jetzt gerade im Ofen. :)
Ganz Anders hat sich der Zufall letzte Woche gezeigt, hat mich nämlich einfach ins kalte Wasser geschmissen. Ich wollte Dienstag Abend mit Moe, einem deutschen Couchsurfer, auf ein Konzert in nem Pub auf Granville Island, das hatte ganz nett geklungen und er hatte Lust mitzukommen. Um 8.30pm wollten wir uns davor treffen.
Der Weg hatte doch länger als gedacht gedauert, hab zum Schluss noch eine der süßen, winzigen Ferries in Regenbogenfarbe genommen, war die Einzige neben der Fahrerin. War also erst um 9 da, aber Moe hatte mich beim ersten treffen eh schon warten lassen, und so war ich wenigstens nicht die Erste. Da Moe selbst kein kanadisches Handy hat, hatte er mir Avi’s Nummer gegeben, das ist die Couchsurferin, bei der er gerade als guest war, die wollte auch kommen. Habe sie kurz angerufen: „Moe and the others should be inside already, Ill be there in about 15 minutes.“ Wunderbar, also man rein.
Die erste Runde gemacht, Moe nicht gesehen, die zweite Runde, schon etwas genauer und langsamer, wieder keine Spur. Obs noch anderswo Sitzplätze gibt? Nicht? Na gut.
So, an dieser Stelle muss mal kurz erwähnt werde, dass es einer meiner größten Alpträume ist, Abends alleine in einen Pub zu gehen. Alleine ins Kino, alleine nach Litauen, alleine Nachts durch Brooklyn – alles kein Problem. Aber alleine in nen Pub, ohne Buch, Laptop etc? Nein Danke! Wird sicher nicht jeder verstehen, aber ist einfach so.
Ja, und in dem Moment wusste ich dann nämlich auch, warum ich das nicht machen wollte, ganz komisches Gefühl. Also erst mal an die Bar, ein Bier holen zum dran festhalten. Und dann warten. Immerhin müsste ja Avi gleich kommen. 10 Minuten warten. 15. Dann 20. Dann irgendwann 40, mein Bier neigte sich dem Ende, schal schmeckte es eh schon. War kurz davor einfach wieder zu gehen, aber was für ein Abend wäre das denn gewesen...
Und dann irgendwann: ein Hauch von Deutsch! Glaubt mir, ich war noch nie so froh gewesen, im Ausland deutsch zu hören. Habe mich nach der Herkunft umgeschaut, und direkt am Tisch hinter mir saßen 6 Leute und redeten muter vor sich hin, eben deutsch. Also, hab meine Jacke und mein Bier genommen – und mich einfach mal selbst eingeladen. Es war auch noch genau 1 Stuhl frei, wenn das kein Zeichen war.
Und so hatte ich dann noch einen richtig lustigen Abend, mit einem Haufen Schwaben, die recht begeistert waren mal ein Nordlicht am Tisch sitzen zu haben. Mit Lea, die neben mir saß und hier studiert, will ich Morgen nach der Arbeit zur public library (die ist sooo toll!!! hab sie am Wochenedne für mich entdeckt), dort zeigen sie den Film "snow falling on cedars", Literaturverfilmung, kost nix, perfekt.) Moe tauchte den ganzen Abend über nicht auf.
10 Minuten nachdem ich mich zu den Deutschen gesetzt hatte, schrieb mir Avi, dass sie jetzt am Tisch vor der Bühne sitze, aber da saß ich dann schon zu gemütlich. Habe ihr dann am Ende aber auch noch kurz Hallo gesagt, ganz happy wirkte sie auch nicht. Ihre Freundin Carla war so lieb, mir anzubieten mich mit dem Auto nach Hause zu fahren, was ich dann auch dankbar angenommen habe, wär schon kompliziert gewesen mit dem Bus so spät. Leider wollten die beiden gerade los, als die Band endlich, endlich, endlich mal anfing ein paar Geräusche von sich zu geben, mist. Aber da ich am nächsten Tag eh wieder zur Arbeit musste, war das schon okay. Auf jeden Fall, trotz oder gerade wegen Allem, ein sehr schöner Abend.
So, meine Pizza neigt sich dem Ende, aber so lange noch ein Stück da ist, schreib ich noch ein bisschen. Wieder ein Zufall, oder auch nicht, weiss es nicht genau. Auf jeden Fall habe ich es geschafft meinen persönlichen Rekord in „Wie viele verschiedene Krankheiten schaffe ich in wie kurzer Zeit“ zu brechen. Blasenentzündung, dicke Erkältung, und jetzt Reflux, alles in weniger als 1 Monat. Damit mir auch bloß nicht langweilig wird, hab ich seit letztem Dienstag Brustschmerzen und jeder Schluck/Bissen tut höllisch weh. War dann am Freitag wieder beim Arzt (wären wir in Deutschland, wären wir jetzt sicher schon per Du), die erste Behandlungsmethode hat nicht angeschlagen, die zweite dann doch, so dass es heute endlich wieder besser geht, also alles gut.
Und sehen wirs mal positiv: immerhin weiss ich jetzt, wie das hier so mit prescriptions läuft! Ist schon tricky: anders als in Deutschland bekommt man hier ja fast alles rezeptfrei in jedem größeren Drugstore. Aber wenn man dann eben doch mal ein Rezept hat, muss man erst mal den Weg zu den Prescriptions finden, ganz hinten durch. Da muss man dann Namen, Adresse, Geburtsdatum nennen, damit auch alles seinen rechten Lauf nimmt. Fällt wahrscheinlich weg, wenn man so eine Medicard hat, aber als nicht-kanadierin hab ich die eben nicht.
Ha, und dann wird’s lustig: ich habe dann so einen Buzzer in die Hand bekommen, wie man die beim Vapiano bekommt wenn man sich eine Pizza bestellt. Und dann wird man zum Spazierengehen geschickt. Eine Viertelstunde hat der werte Herr gebraucht, um das eine Medikament hervorzukramen. Hatte mir in der Zwischenzeit natürlich nen Korb besorgt und schon die ersten Sachen drin, das war bestimmt nur ein Marketing-Trick. Irgendwann brummte und blinkte es dann in meiner Hand, und in einer großen weißen Papiertüte gabs dann ein winziges Pillendöschen, auf das sogar mein Name gedruckt war. Sehr schön, zumal es dann noch ein 10 minütiges Gespräch mit dem Apotheker gab, in dem er mir sein Mitleid bekundete und mir verschiedene Tips zur schnellen Genesung gab.
Ja, so lerne ich langsam Land, Leute und das tägliche Leben hier kennen. Meine Pizza ist längst verschwunden, und genau das werde ich gleich auch tun, ab ins Bett. Gute Nacht, bzw Guten Morgen euch allen!
Eine Kleine gabs gerade eben: letzte Woche wurden im ganzen Haus Zettel verteilt:
„Tenant Appreciation“ Free Pizza and raffle prizes, Monday 14th March, 5.30pm – 7.30pm.
Hui, na da war die Freude groß, gratis Pizza, das lassen wir uns nicht 2x sagen. Fühlte mich sehr appreciated, thank you. Zu Dritt sind wir also heute, voller Vorfreude und Hunger (ich hatte, als ich von der Arbeit kam, schon Pizzageruch erschnuppert) so gegen halb 7 nach unten in die Lobby. Äh, und standen dann da. Als Einzige, neben 2 umgedrehten Tischen, nur noch einen Hauch von Pizzageruch wahrnehmend. Alles schon vorbei!? Wie gemein! Man kann doch nicht ein ganzes Haus einladen und dann nur 5 Stücke servieren, so viel zum Thema appreciation. Waren dann aber doch nicht die Einzigen, die verwundert rumstanden. Ein Australier mit Eltern aus Korea und sein Kanadischer Freund (was eine Rarität hier) waren auch enttäuscht, sind dann, das ist ja immer das Nette an solchen Begebenheiten, ins Gespräch gekommen, mal schaun.
Das war heute, aber nicht weiter spektakulär, zumal ich zum Glück noch 1 Tiefkühlpizza hatte. Jepp, die brutzelt jetzt gerade im Ofen. :)
Ganz Anders hat sich der Zufall letzte Woche gezeigt, hat mich nämlich einfach ins kalte Wasser geschmissen. Ich wollte Dienstag Abend mit Moe, einem deutschen Couchsurfer, auf ein Konzert in nem Pub auf Granville Island, das hatte ganz nett geklungen und er hatte Lust mitzukommen. Um 8.30pm wollten wir uns davor treffen.
Der Weg hatte doch länger als gedacht gedauert, hab zum Schluss noch eine der süßen, winzigen Ferries in Regenbogenfarbe genommen, war die Einzige neben der Fahrerin. War also erst um 9 da, aber Moe hatte mich beim ersten treffen eh schon warten lassen, und so war ich wenigstens nicht die Erste. Da Moe selbst kein kanadisches Handy hat, hatte er mir Avi’s Nummer gegeben, das ist die Couchsurferin, bei der er gerade als guest war, die wollte auch kommen. Habe sie kurz angerufen: „Moe and the others should be inside already, Ill be there in about 15 minutes.“ Wunderbar, also man rein.
Die erste Runde gemacht, Moe nicht gesehen, die zweite Runde, schon etwas genauer und langsamer, wieder keine Spur. Obs noch anderswo Sitzplätze gibt? Nicht? Na gut.
So, an dieser Stelle muss mal kurz erwähnt werde, dass es einer meiner größten Alpträume ist, Abends alleine in einen Pub zu gehen. Alleine ins Kino, alleine nach Litauen, alleine Nachts durch Brooklyn – alles kein Problem. Aber alleine in nen Pub, ohne Buch, Laptop etc? Nein Danke! Wird sicher nicht jeder verstehen, aber ist einfach so.
Ja, und in dem Moment wusste ich dann nämlich auch, warum ich das nicht machen wollte, ganz komisches Gefühl. Also erst mal an die Bar, ein Bier holen zum dran festhalten. Und dann warten. Immerhin müsste ja Avi gleich kommen. 10 Minuten warten. 15. Dann 20. Dann irgendwann 40, mein Bier neigte sich dem Ende, schal schmeckte es eh schon. War kurz davor einfach wieder zu gehen, aber was für ein Abend wäre das denn gewesen...
Und dann irgendwann: ein Hauch von Deutsch! Glaubt mir, ich war noch nie so froh gewesen, im Ausland deutsch zu hören. Habe mich nach der Herkunft umgeschaut, und direkt am Tisch hinter mir saßen 6 Leute und redeten muter vor sich hin, eben deutsch. Also, hab meine Jacke und mein Bier genommen – und mich einfach mal selbst eingeladen. Es war auch noch genau 1 Stuhl frei, wenn das kein Zeichen war.
Und so hatte ich dann noch einen richtig lustigen Abend, mit einem Haufen Schwaben, die recht begeistert waren mal ein Nordlicht am Tisch sitzen zu haben. Mit Lea, die neben mir saß und hier studiert, will ich Morgen nach der Arbeit zur public library (die ist sooo toll!!! hab sie am Wochenedne für mich entdeckt), dort zeigen sie den Film "snow falling on cedars", Literaturverfilmung, kost nix, perfekt.) Moe tauchte den ganzen Abend über nicht auf.
10 Minuten nachdem ich mich zu den Deutschen gesetzt hatte, schrieb mir Avi, dass sie jetzt am Tisch vor der Bühne sitze, aber da saß ich dann schon zu gemütlich. Habe ihr dann am Ende aber auch noch kurz Hallo gesagt, ganz happy wirkte sie auch nicht. Ihre Freundin Carla war so lieb, mir anzubieten mich mit dem Auto nach Hause zu fahren, was ich dann auch dankbar angenommen habe, wär schon kompliziert gewesen mit dem Bus so spät. Leider wollten die beiden gerade los, als die Band endlich, endlich, endlich mal anfing ein paar Geräusche von sich zu geben, mist. Aber da ich am nächsten Tag eh wieder zur Arbeit musste, war das schon okay. Auf jeden Fall, trotz oder gerade wegen Allem, ein sehr schöner Abend.
So, meine Pizza neigt sich dem Ende, aber so lange noch ein Stück da ist, schreib ich noch ein bisschen. Wieder ein Zufall, oder auch nicht, weiss es nicht genau. Auf jeden Fall habe ich es geschafft meinen persönlichen Rekord in „Wie viele verschiedene Krankheiten schaffe ich in wie kurzer Zeit“ zu brechen. Blasenentzündung, dicke Erkältung, und jetzt Reflux, alles in weniger als 1 Monat. Damit mir auch bloß nicht langweilig wird, hab ich seit letztem Dienstag Brustschmerzen und jeder Schluck/Bissen tut höllisch weh. War dann am Freitag wieder beim Arzt (wären wir in Deutschland, wären wir jetzt sicher schon per Du), die erste Behandlungsmethode hat nicht angeschlagen, die zweite dann doch, so dass es heute endlich wieder besser geht, also alles gut.
Und sehen wirs mal positiv: immerhin weiss ich jetzt, wie das hier so mit prescriptions läuft! Ist schon tricky: anders als in Deutschland bekommt man hier ja fast alles rezeptfrei in jedem größeren Drugstore. Aber wenn man dann eben doch mal ein Rezept hat, muss man erst mal den Weg zu den Prescriptions finden, ganz hinten durch. Da muss man dann Namen, Adresse, Geburtsdatum nennen, damit auch alles seinen rechten Lauf nimmt. Fällt wahrscheinlich weg, wenn man so eine Medicard hat, aber als nicht-kanadierin hab ich die eben nicht.
Ha, und dann wird’s lustig: ich habe dann so einen Buzzer in die Hand bekommen, wie man die beim Vapiano bekommt wenn man sich eine Pizza bestellt. Und dann wird man zum Spazierengehen geschickt. Eine Viertelstunde hat der werte Herr gebraucht, um das eine Medikament hervorzukramen. Hatte mir in der Zwischenzeit natürlich nen Korb besorgt und schon die ersten Sachen drin, das war bestimmt nur ein Marketing-Trick. Irgendwann brummte und blinkte es dann in meiner Hand, und in einer großen weißen Papiertüte gabs dann ein winziges Pillendöschen, auf das sogar mein Name gedruckt war. Sehr schön, zumal es dann noch ein 10 minütiges Gespräch mit dem Apotheker gab, in dem er mir sein Mitleid bekundete und mir verschiedene Tips zur schnellen Genesung gab.
Ja, so lerne ich langsam Land, Leute und das tägliche Leben hier kennen. Meine Pizza ist längst verschwunden, und genau das werde ich gleich auch tun, ab ins Bett. Gute Nacht, bzw Guten Morgen euch allen!
die.amsel - 14. Mär, 18:45
